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Kaufhaus GEC - Haus Germania

Baujahr: 1875

Anzahl der Ansichten: 5101

Kategorie: Häuser in der Fußgängerzone

Adresse: Svobody 16, čp. 561

 
 
 

Im Sommer 1875 stellte das Egerer Bauamt dem Uhrmacher Kaspar Albert Müller die Erlaubnis zum Bewohnen des Neubaus in der heutigen Svobody Straße aus. Wir kennen zwar den Autoren der Hauspläne nicht, können aber darüber urteilen, dass dieses dreistöckige Gebäude das Ergebnis einer sehr schwachen baumeisterlichen Produktion war. Im Jahre 1904 erbte die Tochter des Bauherrn Karoline verh. Ott das Haus. Im Herbst 1928 kaufte der Drogist Georg Lorenz Köstler das Gebäude und entschied, hier ein modernes Wohn- und Geschäftshaus bauen zu lassen. Dort sollte die Firma GEC (eine Großhandelsgesellschaft mbH für Verbrauchsverbände in der Tschechoslowakischen Republik) ihren Sitz haben. Der Bauherr wandte sich an den Egerer Architekten Karl Mattusch. Das ursprüngliche Vorhaben, einen Umbau des alten Objekts durchzuführen, erwies sich als viel zu kostspielig und ineffektiv. Deswegen wurde sein Abbruch beschlossen. Die Abrissarbeiten verliefen im Mai 1930 und bereits am 15. November fand die feierliche Eröffnung des Kaufhauses GEC in dem „Germania“ genannten Haus statt. Architekt Karl Mattusch entwarf eines der ausdrucksvollsten funktionalistischen Bauten in Eger. Auf der Ebene des ersten und zweiten Stockwerks setzte er die Masse mit Auslagen und Fenstern vor und ließ sie mit schwarzem Opaxit und Firmenbezeichnungen in Chrom besetzen. Die Seiten der Auslagen wurden mit Travertin belegt. Die Frontseite erhielt einen Keramikbelag in zwei Braunschattierungen. Das Gebäude wurde mittels der durchgängigen Fenstersimse und Fensterbrüstungen horizontal gegliedert. Beendet wurde der Bau mit einer umfangreichen Dachterrasse. Für die Belange des Kaufhauses mit luxuriöser Innenausstattung standen das halbe Erdgeschoss und das Mezzanin zur Verfügung. In der zweiten Hälfte des Parterres befand sich die Drogerie Germania. Die übrigen vier Stockwerke waren zum Wohnen bestimmt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Objekt von der Konsum-, Produktions- und Spargenossenschaft „Prace“ übernommen. Ab den 60er Jahren des 20. Jh. befand sich hier ein Textilgeschäft. Zu Beginn der 80er Jahre des 20. Jh. kam es zum Einbau von Auslagen mit Alu-Rahmen im Parterre. Noch erheblicher wurde das Erdgeschoss in den Jahren 2000–2001 umgebaut. 

Autoren der Texte: Zbyněk Černý - Karel Halla - Hana Knetlová, Übersetzung Ivana Betram

 

Anmerkung

Literatur:

Zbyněk Černý - Karel Halla - Hana Knetlová, Que procedit. Historie pěší zóny v Chebu / Geschichte der Fussgängerzone in Eger, Město Cheb 2010, s. 74-77.

 

Eigentümer

  • 1875 Kaspar Müller
  • 1904 Andreas und Karoline Ott
  • 1928 Georg und Anna Köstler
  • 1948 Nationalverwaltung
  • 1950 „Prace“, Konsum-, Produktions- und Spargenossenschaft GmbH
  • 1961 „Jednota“ – Volksverbrauchsgenossenschaft in Eger 
 

Projekt

unbekannter Architekt / Karl Mattusch

 

Umbauten

1930

 

Für die Öffentlichkeit lediglich zu den Betriebszeiten der hier angesiedelten Betriebe geöffnet.

 

Kontakte/Ansprechpersonen

Adresse: Svobody 16, čp. 561

 

Bilder

der Drogerie Germania im Jahre 1930, Foto G. L. Köstler, ME.

der Drogerie Germania im Jahre 1930, Foto G. L. Köstler, ME.

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

 
Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

Kaufhaus GEC - Haus Germania 2013

 
 

 
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