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Goethedenkmal

Baujahr: 1879

Anzahl der Ansichten: 4114 | Dieses Objekt existiert nicht mehr.

 
 

Das Goethedenkmal

Auf Anregung des Egerer Chronisten Vinzenz Prökl ließ im Jahre 1879 der Inhaber des Hotels Kronprinz Rudolf (nach 1918 Continental, nach 1945 Slavie) in der Bahnhofstraße in seinem Garten, der früher dem Egerer Freund Goethes, dem Magistratsrat Sebastian Grüner gehörte,  ein Denkmal errichten. Dieses sollte eine Erinnerung an die Aufenthalte des Dichters in Eger in den Jahren 1821-1823 sein. Einen Obelisken mit Relief und Inschrift entwarf der Egerer Baumeister Herglotz und im Juli 1879 wurde das Denkmal enthüllt. Vor der Renovierung des Hotels Ende der 1960er Jahre wurde noch beschlossen, dass das Denkmal erhalten und restauriert wird. Während der Bauarbeiten verschwand das Denkmal. Der mittlere Teil ohne Tafel wurde nach 1990 durch Zufall im Garten der Bibliothek gefunden.

(bh)

 

Weitere Textinformationen

 
 

Prokl 1879

Goethe in Eger

Dem Verfasser dieses war nun vorzüglich daran gelegen, auch jenem Orte, wo Goethe so oft und gerne weilte, seine verdiente Bedeutung durch Aufstellung eines Denkmals zu verschaffen. Grüners Haus und Garten ist jetzt Eigentum des Herrn Ignaz Glaser, der das an die Stelle des alten Grüner`schen und noch eines angrenzenden Hauses erbaute großartige Hotel „Kronprinz Rudolf“ käuflich erwarb und den Garten zu einem angenehmen Aufenthaltsorte umstalten ließ.

Er drang bittend in den Hotelbesitzer Glaser und überreichte einen Entwurf zu einem Monumente. Der wohlhabende, für Kunst und Wissenschaft sehr interessierte Gasthausbesitzer erklärte sich mit Freuden bereitwilligst zur Ausführung dieses Projektes, allein bald erfasste er die Idee, statt des Monumentes einen geschmackvoll gearbeiteten Obelisken nach einem von seinem Freunde Herrn Ingenieur Herglotz entworfenen Plan herstellen zu lassen. Sogleich wurde aus Baiern feinster roter Sandstein herbeigeschafft, zwei Bildhauer an die Arbeit gestellt und der Obelisk Anfangs Mai vollendet.

Die Vorderseite zeigt das Porträt Goethes hochrelief,  darunter eine Inschrift: „Hier verbrachte Goethe mit Rath Grüner seine Mußestunden in den Jahren 1821, 1822, 1823“. Unten an dem Hauptpostamente: „Goethes Ruhe“. Rückwärts: „Gegründet von Ignaz Glaser 1879“. Ein eisernes Gitter umschließt den Obelisken.

Am 24. April, Festtag der fünfundzwanzigjährigen Jubiläumsfeier Sr. Majestät Kaiser Franz Josef I. und seiner erlauchten Frau Gemahlin Elisabeth, wurde vom k. k. Herrn General-Konsul Josef Ritter von Grüner im Beisein der Beteiligten und vieler Autoritäten der Stadt der Grundstein gelegt. Die in eine Zinkrolle eingelegte Pergamenturkunde lautet: „Urkunde, mittelst welcher die Gefertigten für alle künftigen Zeiten und Geschlechter das von Ignaz Glaser gesetzte Erinnerungsdenkmal an den großen Dichter Wolfgang Goethe, der an diesem Platze sehr gerne weilte, der Nachwelt übergeben. Eger am silbernen Jubiläumsfeste des Allerhöchsten Kaiserpaares Franz Josef I. und Elisabeth am 24. April 1879“.

Dieser jetzt aufgestellte Obelisk ehret das Andenken des der Egerstadt freundlich gesinnten, großen Dichters und gleichzeitig alle Jene, welche sich für das Unternehmen begeisterten.

Dem Titelblatte hier ist eine Abbildung dieses Obelisken vorgesetzt. Am 1. und 2. Juni d. J. wird die Wanderversammlung des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen begangen, bei welcher Gelegenheit die Enthüllung dieses Denkmals stattfinden wird.

(Prökl 1879,15-16)

 

Das Denkmal existiert nicht mehr.

 

Bilder

Goetheobelisk im Grünergarten. Zeichnung Prökl 1879

Goetheobelisk im Grünergarten. Zeichnung Prökl 1879

 
 
Interaktive Enzyklopädie der Stadt Cheb

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