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Ausgrabungen

Anzahl der Ansichten: 5691

Kategorie: Burg Eger

Adresse: Dobrovského 21

 
 
 

Der frühmittelalterliche Bestattungsplatz von Cheb (Eger) Die slawische Grabstätte wurde im Jahre 1911 durch die Ausgrabungsarbeiten des Berliner Architekten Julius Ernst Jonas gefunden. Sie befindet sich im Ostteil des Burghofes zwischen der Doppelkapelle und den Ostkasematten. Eine Studie, die alle Funde bis 1985 zusammenfasst, haben M. Stloukal, J. Szilvássy und P. ©ebesta im Jahre 1988 publiziert. Seitdem wurde dieser Fundort mehrmals geforscht: 1993 - Fund eines Schläfenringes im Südteil des Burghofes beim Fundament des südlichen vorstaufischen Rundturmes; vielleicht ein Verlust. - Grabung auf der Nordseite der Burgkapelle bis zum Fundament; hier wurde die Abwässerungsdrenage gelegt. Nur zerstreute menschliche Gebeine. 1995 - An der Westwand der Kapelle 3 Gräber: oberer Teil eines Skeletts mit zwei Schläfenringen beim Schädel und einem Fingerring an der rechten Hand. Sein Unterteil ist durch die Grundmauer der Burgkapelle abgeschnitten. Unter dieser Leiche lag ein Kind in den Füßen eines dritten Toten. 1997 - März: Grabung an der östlichen Burgmauer. 3 Schichten der Bestattungen übereinender, Scherben, Schlüssel, Baufuge der Burgmauer mit der Keramik des 14. Jh. 1997/8 - Winter: Innerhalb der Doppelkapelle. 1. In der NW-Ecke unter der Treppe ein Grab mit Keramik, unterbrochen durch Das Treppenfundament. 2. Nordsakristei, 90 cm breiter Mauerzug parallel mit der Nordmauer, zwischen den beiden Mauerungen zerstreute menschliche Knochen. 3. In der Südsakristei ein Grab mit der slawischen Keramik und verrosteten Sporen an den Füßen. 1998 - An beiden Ostecken der Doppelkapelle Untersuchungssonden bis zur Sohle. Beschädigte Gräber in 4 Schichten. Dabei selten zerstreute Keramikscherben. Entlang der Südmauer der Doppelkapelle wurde im August anlässlich der Grabung eines Abwässerungskanals eine 2m breite Fläche bis zum Fundament ausgegraben. Dabei wurden viele Gräber in 3 Schichten entdeckt. In drei Fällen wurden Spuren nach Holzplatten (Särge) auf der Sohle festzustellen. Vor dem Kapelleneingang lag eine Grabplatte aus weissem Marmor, die ein Kinderskelett überdeckte. Ein Grabstein wurde im Fundament der Doppelkapelle unter der Südostecke eingemauert. Zwei weitere liegen 2-4m westlich von der Burgkapelle am Rande der Grabstätte (nicht ausgehoben). Das ganz unten liegende Grab trägt interessante Merkmale: das Skelett war kopflos und über den Beinen und über der rechten Hand lagen absichtlich hierher geworfene Steine. Es kann vielleicht ein Zeichen der Angst vor Wampir sein. Auf allen Fundstätten hat man folgende Beobachtungen gemacht: 1. Die Menschenskelette liegen mit dem Kopf zum Westen orientiert. 2. Bei den ganz unten auf der Sohle liegenden Skeletten sind die Brettspuren (Särge) erhalten geblieben. 3. Bei allen Körperresten sind kleine Kohlenstücke zerstreut. 4. Alle Bestattungen sind ohne Beigaben, nur Frauenskelette sind mit Schläfenringen und selten mit Fingerrigen ausgestattet. 5. In einem Fall fand man die Sporen an den Füßen (Südsakristei der Doppelkapelle). 6. Unter den erhaltenen Bestattungen findet man viele zerstreute Knochen aus den älteren Gräbern. 7. In der Nähe von der Doppelkapelle wurden zusammen 12 Grabsteinplatten 180x60cm gefunden, eine ist im Fundament der Doppelkapelle eingemauert. Auf 3 von diesen Grabsteinplatten ist ein Kreuzzeichen eingraviert. 8. Die ganze Fläche des Gräberfeldes ist mit der 30-100cm dicken Schicht des sterilen gelben Lehms überdeckt. Datierung: Die kleinsten Schläfenringe sind typologisch in die 2. Hälfte des 10. Jh. bestimmbar (Nr. 6, 7, 21, 22, 31, 36). Alle anderen (Nr. 1, 5, 8-20, 23, 24, 33, 34, 37, 38, 39) gehören der 2. Hälfte des 11. Jh. und die Nr. 2, 3, 4, 25, 26, 32 zu seinem Ende, nach der Datierung von Turek (1950, 433), sowie nach Krumphanzlová (1974, 50-63). Der Ring Nr. 29 entspricht dem aus Trebendorf (Turek 1950, 426, Abb. 18), den Turek (1950, 432) in die Zeit um die Wende des 10. und 11. Jh. datiert. Der Ring Nr. 30 (Grab 1/4985) gehört nach Turek (1950, 432) dem Ausgang des 11. Jh., aber zwei dabei gefundene Schläfenringe Nr. 23 und 24 stammen aus dem Ende der 50-er Jahre des 11. Jh. In diesem Fall ist es nicht ausgeschlossen, dass die ca 60 jährige Frau ihre Schläfenringe mehr als 40 Jahren trug und den Ring kurz vor dem Tod bekommen hat. Die von Turek logisch ausgebaute typologische Reihe kann hier aber durch neuere stratigraphische Beobachtung nicht untersützt werden. Die aus den Gräbern ausgehobene Keramik ist in die Mittel- und Jung- burgwallzeit einzuordnen, d.h. von der Hälfte des 9. bis zum Anfang des 12. Jh. Das Ende der Gräberstätte kann man in Verbindung mit dem Einzug der staufischen Kolonisten im 12. Jh. verbinden. ąebesta 1999

 

Weitere Textinformationen

 
 

Siegl 1912

Die Ausgrabungen auf der Kaiserburg in Eger

Die ehrwürdigen Reste der alten Kaiserpfalz zu Eger mit ihrem Juwel, der zierlichen, mit reichen Ornamenten geschmückten, weltberühmten Dopelkapelle und mit dem "schwarzem Turme," dem besterhaltenen und ältesten Baudenkmale Böhmens, jenem gigantischen, unverwüstlichen Zeugen so vieler bedeutsamer Ereignisse, welche sich im Verlaufe von tausend Jahren im Weichbilde der Stadt und weit darüber hinaus im Egerlande abspielten, haben von jeher eine mächtige Anziehungskraft auf den Kunsthitoriker ausgeübt. Die Literatur über diese interessanten Baudenkmäler ist daher eine sehr umfangreiche, und fanden sie ihre letzte Bearbeitung von Otto Piper im zweiten Teile seines Werkes "Österreichische Burgen", S. 42 bis 65. 1) In neuester Zeit befaßte sich mit diesem Gegenstande der Architekt Julius Ernst Jonas aus Berlin, und man kann gleich von vornherein sagen, daß eine gründlichere und eingehendere Behandlung der Baugeschichte dieser Burg, von den Resultaten der Ausgrabungen noch ganz abgesehen, bisher noch nicht stattgefunden hat. J.E. Jonas, der schon seit mehreren Jahren an dieser Materie arbeitet und zu diesem Zwecke zu wiederholten Malen längere Zeit in Eger weilte, hatte zunächst die Absicht, ein selbstständiges monumentales Werk über die Kaiserburg herauszugeben, das in vier Abteilungen veröffentlicht werden sollte. Die zwei ersten sollten die zeichnerischen Darstellungen und die Photographien, von den letzteren etwa zweihundert Stück, in einem Bildeatlas enthalten. Diesem sollte sich als dritte Abteilung der Text anschließen und in der vierten Abteilung ein Rekonstruktionsversuch erörtert werden. Im Gegensatze zu der sehr verdienstlichen Arbeit Professor Gruebers aus dem Jahre 1864, 2) ---------- 1) Wien 1902 bei Alferd Hälder. 2) "Die Kaiserburg zu Eger und die an dieses Bauwerk sich anschließenden Denkmale" von Bernhard Grueber. Herausgegeben vom Vereine für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Prag und Leipzig 1864. welche die kunsthistorischen Betrachtungen in den Vordergrund rückt, während die Aufnahmen mehr als illustrative Erläuterungen aufzufassen sind, legte Jonas das Hauptgewicht mehr auf die Aufmessungsarbeiten. Seine Zeichnungen, etwa achzig an der Zahl, der Genauigeit halber sämtlich in sehr großem Maßstabe hergestellt, welche leicht auch verkleinert werden können, sind derartig ausgeführt, daß es dem Fachmann jederzeit möglich ist, sich die Burg, selbst wenn sie nicht mehr vorhanden wäre, so vorzustellen, wie sie sich zur Zeit der Aufmessung befand. Dieses Bestreben zwang Jonas zu einer möglichst einfachen, klaren Darstellungsmethode. Jeder Ansicht sind daher reichlich Grundrisse und Schnitte beigefügt. Die ganze Burganlage, wie alle einzelnen Gebäude sind in allen nur denkbaren Ansichten dargestellt und wurde dieses Prinzip auch bei Wiedergabe der Details streng beobachtet. Große Schwierigkeiten verursachte mitunter die Aufnahme von Photographien. So mußten z.B. zu den photographischen Aufnahmen der Säulenkapitäle der Palastfenter absolut schwindelfreie, kletterfeste Leute herangezogen werden, zumal diese Ornamente auch von der Außenseite des Gebäudes in bedeutender Höhe ohne Stützpunkt photographisch aufgenommen wurden. Eine große Anzahl von Aufnahmen in der Doppelkapelle mußten nachts als Blitzlichtaufnahmen wiederholt werden, da sich trotz Verwendung lichthoffreier Platten am Tage stets Lichthöfe ergaben. Auch die Aufnahme des Geländes, welche unter Zuhilfenahme des Theodolits und Nivellierinstruments mit großer Sorgfalt durchgeführt wurde, verursachte erheblich viel Mühe. Aus Gründen, die sofort berührt werden, kam es aber zu der von Jonas geplanten, selbstständigen Herausgabe dieses Werkes vorläufig nicht. Im Jahre 1909 erfuhr nämlich der unter dem Protektorate des deutschen Kaisers stehende "Deutsche Verein für Kunstwissenschaft" von den beschriebenen Arbeiten und in seinem Auftrage trat der Professor der Kunstgeschichte an der Universität in Bonn, geheimer Regierungsrat Dr. Paul Clemen, mit Herrn Jonas in Unterhandlungen. Nachdem Clemen die Arbeiten Jonas´ durchgesehen hatte, brachte er bei dem genannten Verein in Anregung, die Veröffentlichung der Arbeit des Herrn Jonas in die Hand zu nehmen. Auf der Generalversammlung in Dresden, welche unter dem Vorsitze des Generaldirektors der Preußischen Museen, Sr. Exzellenz des wirkl. Geheimen Ober-Regierungsrates Dr. Wilhelm Bode, stattfand und von hervorragenden Kunstgelehrten, darunter dem k.k. Generalkonservator von Böhmen, Professor Dr. Dworzak aus Wien, besucht war, wurde dem Wunsche des Anstragstellers stattgegeben und gleichzeitig die Vornahme von umfangreichen Ausgrabungen auf der Kaiserburg zu Eger verabredet, zu deren Leiter Architekt Jonas ausersehen wurde. Architekt Jonas wurde nunmehr aufgefordert, Vorschläge, diese Ausgrabungen betreffend, der k.k. Zentralkommission für kust- und historische Denkmale in Wien zu unterbreiten. Anfangs Feber 1911 sandte er eine entsprechende Denkschrift ein und wurde er darauf hin Ende April von der Zentral-kommission offiziel aufgefordert, mit den Ausgrabungen unverzüglich zu beginnen. Nachdem am 20. Mai in Gegenwart des Professors Dr. Clemen, eines Delegierten der Zentralkommission und des Architekten Jonas das Projekt der Ausgrabungen, für welche das Arbeitsministerium 5000 und die Stadtgemeinde Eger 1200K bewilligt hatten, noch einmal an Ort und Stelle in Eger besprochen worden war, wurden die Ausgrabungsarbeiten am 23. Mai energisch in Angriff genommen und mit Rücksicht auf die am 29. und 30. Juli einfallenden Wallensteinfestspiele und die damit im Zusammenhang stehende Herstellung von Tribünensitz auf dem Burggelände in zwei Abschnitten ausgeführt. In der Zeit vor den Festspielen befaßte sich Hr. Jonas mit den Ausgrabungen auf dem Raume südlich von der Doppelkapelle und um diese herum und zugleich auch mit Ausgrabungen innerhalb der Umfassungsmauern des Palas. Nach den Festspielen erfolgten dann die Ausgrabungen auf dem westlichen Burggelände. Vielen Besuchern unserer Kaiserburg wird aus eigener Anschauung, anderen wieder, die sich mit diesem Gegenstande befaßt haben, aus den Zeichnungen Gruebers und Pipers bekannt sein, daß aus der Wand der ganzen Westhälfte der Doppelkapelle in einer Höhe von ca. zwei Metern sogenannte Kragsteine herausragen, und zwar an der Nordwand zwei, an der Ostwand vier und an der Westwand ebenfalls vier, sämtlich aus Granit und geschweift nach unten. Offenbar waren diese Konsolsteine dazu bestimmt, eine Galerie zu tragen, die nach bisherigen allgemeiner Ansicht nur um die westliche Hälfte der Doppelkapelle herumführen konnte. Ein romantisches, gegenwärtig zum Teil vermauertes, zum Teil mit einer Fensterrosette versehenes Eingangsportal im Obergeschoß an der Westwand der Doppelkapelle einerseits und die Nähe des Palas schräg gegenüber anderseits führten wieder zu der allgemeinen Annahme, daß die genannte Galerie die natürliche Verbindung zwischen Kapelle und Palas hergestellt haben mußte. Über den Zweck des bis etwa zur Mitte der Südwand der Kapelle führenden Teiles der Galerie war man eigentlich stets im unklaren. Piper war wohl der erste, welcher der Ansicht Ausdruck gab, daß diese Galerie doch nicht vor der Mitte der Südawand zwecklos enden konnte. Er sprach daher die sehr begründete Vermutung aus, daß südlich der Doppelkapelle voraussichtlich ebenfalls wichtige Gebäude gestanden haben mochten, deren Bewohner die Galerie in gleicher Weise wie die des Palas als Zugang zur oberen Kapelle benützten. Jonas ging bei seinem Grabungen südlich der Doppelkapelle von demselben Gesichtspunkte aus und versuchte durch Ausschachten von Gräben, und zwar parallel zur Südwand, in der Richtung von Ost nach West, auf etwaige Fundamente zu stoßen. Der erste Versuchsgraben wurde zunächst in einer Entfernung von etwa zwei Metern in der angedeuteten Richtung angelegt. Hiebei wollte Jonas zunächst feststellen, ob das gesuchte Gebäude so nahe der Doppelkapelle gestanden hatte, daß die Galerie auf etwa an der Nordwand des betreffenden Gebäudes angebrachten Kragsteinen ihre zweite Auflagerung finden konnte, oder, was wahrscheinlich war, ob Pfeiler beziehungsweise Säulen dazu bestimmt waren, die Galerie zu tragen, in welchem Falle das gesuchte Gebäude südlich in größerer Entfernung oder östlich vom letzten Galerieauflager gestanden haben müßte. Dieser erste Versuch erwies sich insofern als erfolgreich, als man sehr bald eines der vermuteten Säulenauflager vorfand, auf welchem einst zweifellos eine Holzsäule ruhte, welche die Außenkante der Galerie zu stützen bestimmt war. Es wurden sodann sämtliche mit den Kragsteinen an der Doppelkapelle korrespondierenden Stellen im Erdboden auf den gleichen Tatbestand untersucht und, wie vorauszusehen war, fand man auch hier die Unterpackungen für ehedem vorhanden gewesene Säulen. Bei Verlängerung des Versuchsgrabens in östlicher Richtung und dann weiter gegen Norden und um die ganze Kapelle herum, stieß man in gewissen Abständen auf Steinpackungen, welche offenbar ebenfalls dazu bestimmt waren, Holzpfeilern als Unterlagen zu dienen. Die Anordnung dieser Steinpackungen ergab also die Gewißheit, daß die Galerie um die ganze Kapelle herumlief. Möglicherweise hat diese Galerie zu einem Mehrgange auf der, nur einen Meter von der Kapelle entfernten, östlichen Ringmauer geführt, da nach Abrechnung einer viel jüngeren Ziegelschichte die Oberkante der östlichen Ringmauer die gleiche Höhe hat wie die Oberkante der Kragsteine. Bei Ausschachtung des erst erwähnten Grabens, von West nach Ost, wurden Mauerreste nicht gefunden, dagegen stieß man in einer Tiefe von etwa 1.25m in der Gegend der Mitte der Südwand der Kapelle auf vier regellos auf einander geworfene menschliche Skelette, die jedenfalls einer jüngeren Zeit angehören, da die Schädeldecke eines dieser Skelette deutlich einen Schußkanal aufweist. Da im ersten Versuchsgraben keine Fundamente des südlich von der Kapelle vermuteten Gebäudes gefunden wurden, so wurde ein zweiter Einschnitt parallel zur Südwand der Doppelkapelle in einer Entfernung von etwa sieben Metern von derselben ausgeführt und versuchte man hier bis auf den gewachsenen Fels herabzugraben. Auch hir stieß man in einer Tiefe von etwa 2.80m in einer Erdschicht, welche sich im Gegensatze zu der darüber liegenden, tonigen als humusartig charakterisierten läßt, auf menschliche Skelette, deren eines mit einer schweren, roh behauenen Steinplatte as Phyllit bedeckt war. Unter der etwa 60cm starken Humusschicht lagerte gewachsener, lehmiger Boden von cca 1m stärke und darunter Felsgestein. Es wurde dann auch der zuerst hergestellte, der Kapelle näher gelegene Einschnitt weiter vertieft und man fand auch hier wieder menschliche Skelette und wieder eine roh bearbeitete Grabsteinplatte, diesmal aus Granit. Es ist bemerkenswert, daß, während der erstgenannte Phyllit auf dem Burggelände entstehend vorkommt, der Granit erst in enfernteren Gegegnden, etwa in der Gegend von Haslau, auftritt. Diejenigen also, welche ihre Toten durch solche Steinplatten ehrten - diese lagen in beiden und auch in späteren Fällen nur wenige Zentimeter über den Skeletten - müssen das Material unter großen Mühseligkeiten zu den Grabstätten gaschafft haben. Die gesuchten Gebäudefundamente waren aber noch immer nicht gefunden, dagegen kam man an einer Stelle, etwa 60cm unter dem Burghofniveau, auf ein Fragment eines in Kalk gebetteten Ziegelplattenbelages, das scheinbar als Innenpflaster gedient haben mochte. Jonas forschte nunmehr in südlicher Richtung weiter, indem er gegenüber dem jetzigen (einzigen) Kapelleneingange von dem zweiten Einschnitte abzweigte und wegen der hier befindlichen Baumanlage, die geschont werden mußte, in der Richtung Nord-Süd einen Stollen trieb, der bis an die Einfriedungsmauer Graf-Münsterischen Kasematte heranreichte. Von der Mitte dieses Stollens wurden dann zwei Stollen-Abzweigungen angelegt, die eine nach Osten bis zur östlichen Ringmauer, die andere nach Westen bis unter dem vom Eingangstor der Burg zur Doppelkapelle führenden Weg. Die ganze Stollenanlage hatte demnächst die Form eines Kreuzes. Auch in diesen Stollen waren keine Mauerreste zu finden. Wiederum stieß man hier in der beschriebenen Humusschicht, in einer Tiefe von 2.80 bis 3.00m auf menschliche Skelette, die nach einem ganz bestimmten Schema gebettet waren und mit den früher beschriebenen in einer Tiefe von nur 1.25m unter dem Niveau gefundenen nichts gemein hatten. Die meisten lagerten frei in der Erde, auf einigen ruhten Grabsteinplatten der früher erwähnten Art. Auf einer der herausgehobenen Steinplatten war im obern Drittel auch deutlich ein eingehauenes Kreuz ersichtlich. Sämtliche Skelette lagen gestreckt auf dem Rücken, das Gesicht nach Osten Gerichtet, die Arme an den Körper gepreßt. Im ganzen mögen hier an die dreihundert Leichen bestattet worden sein und gehörten diese nach der Größe und Beschaffenheit der Knochen erwachsenen und auch jüngeren Personen an. Ob die Bestattung in Holzsärgen erfolgte, ist fraglich. Holz verfault ja im Humus bald und vermengt sich mit der Erde. Das Alter der Skelette ließ sich nicht feststellen. Nach dem Ausspruche der Ärzten können sie hundert aber auch mehrere hundert Jahre hier gelegen sein. Bei mehreren dieser Skelette fand man auch Holzkohlenstückchen und einige stark verrostete Ringe, im ganzen sechs Stück. Drei davon mit gebogenem S-förmigen Ende erwiesen sich als Schläfenringe. Zwei Stück mit spitzzulaufenden Enden mochten Ohrringe, der sechste endlich mochte ein Fingerring gewesen sein. Nur bei einem der Schläfenringe ließ sich feststellen, daß er von Silber ist, während sich bei allen übrigen das Metall, ohne Schädigung der Substanz, nicht vollkommen sicherstellen ließ. Der Fachmann sprach aber die Vermutung aus, daß sie sämtlich von Silber sein dürfen. Sämtliche Ringe wurden dem hiesigen Museum einverleibt. "Beigaben" wurden bei keinem der Skelette vorgefunden. Weitere in der Kapelle selbst und dann auch in dem schmalen Raum zwischen dieser und der südlichen Palaswand angestellte Nachgrabungen förderten auch hier wieder Skelette zutage, sämtliche in der charakteristischen Lage wie die oben beschriebenen. Im Chorraum (Presbyterium) der Kapelle stieß man auch auf einen Mauerrest, der vermutlich den Altertisch getragen haben mochte, und unter diesem Rest ragten wieder die unteren Extremitäten eines Skelettes hervor. Der Umstand, daß dieses Skelett tiefer lag, als die Grundmauern der Kapelle, läßt den begründeten Schluß zu, daß sich das ganze Gräberfeld auf ehedem hier abschüssigen Terrain unter die Kapelle hinzog und somit älter ist als die Kapelle selbst, deren Errichtung in die zweite Hälfte des zwölften Jahrhunderts versetzt wird, denn 1213 wird sie das erste Mal urkundlich erwähnt. 1) Auf Ersuchen des Hrn. Jonas wurde von der k.k. Zentralkommission für kunst- und historische Denkmale in Wien der für Untersuchung von Funden bestellte Konservator Gewerbeschulinspektor Professor Franz Wilhelm in Pilsen, durch seine Kreuzsteinforschungen bestens bekannt, behufs Besichtigung des Gräberfeldes und der mittlerweile auch im Palas aufgedeckten Mauerreste, auf die ich später zurückkomme, nach Eger entsendet, welcher seine Wahrnehmungen nebst Gutachten bereits in der "Egerer Zeitung" vom 16. Juli 1911, Nr. 160 und in der Zeitschrift "Unser Egerland", 2) 15. Jahrg. Heft 9,11 und 12 veröffentlicht hat. Professor Wilhelm suchte aus den vorgefundenen Ringen und Skeletten, insbesondere aus einem in einer Steinpackung aufgedeckten, gekrümmten Rückgratteil das Alter der Gräbenanlage möglichst genau fetszustellen. In meinem Aufsatze: "Die Geschichte der Egerer Stadtuhr" im "Egerer Jahrbuch" 1904, welchem Aufsatz Professor Wilhelm auch im Hefte 10 der genannten Zeitschrift im einschlägigen Teil mit abgedruckt hat, berichtete ich auch, daß Kaiser Friedrich Barbarossa auf seinen Reisen stets einen Schalksnarren und einen aus dem Morgenlande mitgebrachten Löwen mit sich führte, welche beide Genossen nach Chronikenberichten zu Eger ihren Tod fanden. Zum Andenken an dieses Geschehnis habe dann der Rat, freilich in späterer Zeit, an der Turmuhr des Rathauses, wie die Chronisten erzählen, einen Narren und einen Löwen anbringen lassen, welcher Löwe jedesmal bei Eintritt des Neumonds ein durch mehrere Minuten andauerndes ------- 1) Nach der Urkunde vom 12. Juli 1213 verspricht König Friedrich II. in der Schloßkapelle zu Eger unter Eidschwur, die Besitzungen und Rechte der römischen Kirche zu wahren. "Acta sunt hec anno MCCXIII, ind. I. Data in capella in castro Egre". Pertz, Monumenta Germaniae, leges IV, 225, Anm. 1; Boehmer, Reg. imp. V, Nr. 707, S.253. 2) Herausgeber und Schriftleiter Alois John in Eger Gebrüll ertönen ließ, welches man in der ganzen Stadt vernehmen konnte, während das Männlein mit dem Kopfe nickte und ein Szepter bewegte. Aus den Ausgabsbüchern habe ich dann nachgewiesen, daß die Ausgaben für den "Prummenden Leven, wann der Mondt New wird", für die "Platzpelg zum Löwengeschrey", für "Pfeuffenwergk zum Lewen" usw. und für das "Mandl" vom Jahre 1481 (der Turmuhr wird bereits im Jahr 1427 gedacht) bis zum Jahre 1733 heraufreichen. Weitere Ausgaben über diese beiden merkwürdigen mechanischen Figuren kommen dann nicht mehr vor. Wilhelm hat nun in dem erwähnten gekrümmten Rüchgratteil ein Stück jenes Löwen vermutet. Er sandte dieses Fragment an die tierärztliche Hochschule in Wien, wo da ging es dann auch an das anatomische Istitut der Universität daselbst und wo beiden Lehrkanzeln langten die Gutachten, welche mir Professor Wilhelm in Abschrift mitzuteilen die Güte hatte, übereinstimmend dahin ein, daß dieses Rückgrat einem bucklichen Menschen, vermutlich männlichen Geschlechtes, angehöre, welcher mehrere hundert Jahre in der Erde gelegen haben mochte, was aber "mit Vorsicht aufzunehmen sei, da Bodenbeschaffenheit, Schichtenbildung, Feuchtigkeitsbehalt usw. von entscheidender Bedeutung sind". Wilhelm spricht nun in seiner letzten Abhandlung, im Hefte 11 und 12 der genannten Zeitschrift, die Vermutung aus, daß jene gekrümmte Wirbelsäule dem erwähnten Schalksnarren angehören dürfte. Das bleibt natürlich eine offene Frage. Das es bucklichte Leute zu allen Zeiten gegeben hat, wäre darauf weniger Gewicht zu legen. In Wort und Schrift wurde von verschiedenen Seiten auch die Meinung ausgesprochen, daß das erschlossene Gräberfeld aus dem "grauen Altertum" stammte, auch, daß es alte "Slawengräber" seien. Etwas sicheres wird sich aber wohl nie feststellen lassen. Eger ist und bleibt wie in vielen Punkten, so auch hier eine Stadt der Rätsel. Nach meiner Meinung - ich spreche ja auch nur eine Vermutung aus - ist jenes Gräberfeld der erste christliche Friedhof aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Diese Vermutung stütze ich auf nächstehende Erwähnungen: 1. Bei Heidengräbern hat man in der Regel "Beigaben" gefunden, was hier nicht der Fall war. Die vorgefundenen Ringe trugen ja die Leichen selbst an sich. Die ganze Beerdigungsart: die Lage der Toten mit dem Gesicht gegen Osten, das Belegen derselben Grabplatte, entspricht christlichem Beerdigungskultus. Über dies trägt ein Grabstein ganz deutlich das Zeichen eines Kreuzes. Wilhelm hält dieses "für eine Zufallsbildung". Man kann aber genau wahrnehmen, daß das Kreuz, in der Höhe und Breite von ca. 0.25m, mit einem Instrumente herausgehauen ist, was auch Sachverständige bestätigt haben. In gewisser Entfernung von Steine, welcher an der östlichen Ringmauer aufgestellt ist, tritt das Kreuz noch deutlicher hervor, am allerdeutlichsten in der Photographie. Auf dem ersten Blick ist es zu erkennen. Die Technik in der Bearbeitung der Grabplatten, die sich in späterer Zeit zu einem ganz besonderen und für Kunst- und Kulturgeschichte so wichtigen Zweig der Bildhauerei emporarbeitete, war aber zu jener Zeit in Deutschland noch nicht derart entwickelt, daß man eine besondere Sorgfalt, eine Kunst möchte ich sagen, auf die Herstellung dieser Platten verwendete. So finden wir auch auf den ältesten Grabsteinen in den Klöstern Niederösterreichs, ganz in der Form und Gestalt wie die in Eger ausgegrabenen, anfänglich nur ein Kreuz. 1) 2. Im 11. und 12. Jahrhundert finden wir Eger, das als ansehnlicher Ort im Jahre 1061 das erste Mal genannt wird, im Besitze der Vohburge. Es ist nicht bloß als wahrscheinlich, sonder nach Angabe mehrerer Geschichtsforscher als sicher anzunehmen, daß die Vohburge, welche sich Markgrafen von Vohburg, Cham, Eger und Neumarkt nannten, ebenso wie in Vohburg usw. auch in Eger eine Burg hatten, die auf dem westlichen Burggelände hier gestanden haben mochte. Tatsächlich stieß man auch hier in bedeutender Tiefe auf mächtige Grundmauern, und ich glaube nicht fehlzugeben, wenn ich die Vermutung ausspreche, daß diese Markgrafen, vielleicht an derselben Stelle, wo ------ 1) Dr. Karl Lind, Zur Kenntnis mittelalterlicher Grabdenkmale in Österreich. später die Doppelkapelle errichtet wurde, auf dem hier, wie durch die Ausgrabungen nachgewiesen, abschüssig gewesenen Terrain - das Gräberfeld zog sich ja unter die Doppelkapelle noch fort - auch eine Kapelle gebaut hatten. 3. Die Stadt war damals noch klein und lediglich auf den Johannisplatz und die zur Burg führenden Gassen beschränkt, die Johanniskirche, die sicher im 11. Jahrhundert schon bestand, bot wenig Raum zur Beerdigung der Toten, auch der Raum um die Kirche war wegen der freizuhaltenden Wege kein bedeutender, was lag also näher, als daß man die Toten auf die nahegelegene Anhöhe der Burg in jene alte Kapelle und um diese herum beerdigte. 4. Die Wiederbesiedlung des Egergebietes durch Deutsche erfolgte um die Jahre 1003 und 1004. Zu dieser Zeit waren die Bewohner desselben bereits christianisiert. Die bei den Wenden, die vordem diese Gegend bevölkerten, übliche Sitte, Schläfenringe zu tragen, mochte sich, was auch Wilhelm zugibt, noch längere Zeit bei der christlichen Bevölkerung erhalten haben. 5. Nachrichten über erfolgte Beerdigungen auf der Burg sind im Stadtarchive nicht vorhanden. Waren solche vorhanden, so sind sie bei dem großen Stadtbrande im Jahre 1270, dem auch das Archiv zum Opfer fiel, mit zugrunde gegangen. Aufzeichnungen über Beisetzungen in der Stadtpfarrkirche St.Niklas und in den Klöstern der Franziskaner, Dominikaner und Kreuzherren finden sich erst zu Ausgang des 14. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war aber jenes alte Gräberfeld längst in Vergessenheit geraten, es wäre auch sonst bei der bekannten Pietät der Egerer wohl nicht erklärlich, wie man auf diesem geweihten Boden im sechzehnten Jahrhundert einen, mit einem Zaun umgebenen "Tanzboden" herrichten konnte, der den Knechten und Mägden nach beendeter Heuernte für die Burg zur Belustigung diente. 1) Ich kehre nun wieder zu den Ausgrabungen zurück und komme auf die Fundresultate im Palas zu sprechen. ------ 1) P. Anton Grassold, Beschreibung der alten Burg zu Eger, Eger 1831, S. 18 Die hier im Innern, über dem Erdgeschoß, aus dem Mauerwerk der beiden Längswände (Nord- und Südwand) hervortretenden Kragsteine einerseits, die große Spannweite von ca. 9 m zwischen diesen beiden Wänden anderseits, ferner die durch manche Umstände begründete Voraussetzung, daß dieses Erdgeschoß nicht etwa in eine große Anzahl kleiner Kammern eingeteilt war, vielmehr nur aus einem oder zwei Räumen bestehen konnte, veranlaßten Jonas nach Fundamenten der Pfeiler zu suchen, welche die darüber liegende Saaldecke zu stützen hatten. Tatsächlich wurden dann auch in der Mittellinie längst des Geschosses sechs solcher Pfeilersockel vorgefunden, deren jeder mit einer viereckigen Granitplatte bedeckt war. Außerdem stieß man hier ungefähr in der Mitte des Raumes auf eine Quermauer, woraus erhellt, daß das ganze Geschoß in zwei große Räume geteilt war. Ferner wurden hier auch noch sechs große, kreisförmige, zumeist von Ziegeln aufgemauerte Fundamente bloßgelegt, und zwar vier in den Ecken der westlichen und zwei in der östlichen Hälfte. Sie zeigten nur eine geringe Tiefe und ist ihr Zweck nicht recht zu erklären. Möglich, daß auf diesen Ringmauern Gefängniszellen oder Futtergruben, wie man sie in ähnlicher Bauart auf alten Bauernhöfen findet, errichtet waren. Ein im Archiv verwahrtes im Jahre 1654 unter Zuziehung von Sachverständigen aufgenommenes Augenscheinsprotokoll über den Bauzustand der Burg gibt über diese Fundamente gar keine Erklärung. Nach diesem Protokolle befanden sich in diesem Geschosse damals nur Kellerräume und Stallungen. Nebenbei erwähnt, war nach diesem Schriftstücke die Burg damals bis zum Dache noch vollständig erhalten, aber in allen Teilen schon äußerst baufällig. Die Kommission lief Gefahr, an mehreren Stellen durchzubrechen. Schließlich legte Jonas in der Mitte der westlichen Palashälfte um ein hier zutage tretendes Felsstück auch eine nahezu kreisförmige Steinlagerung frei, und lassen in der Nähe derselben vorgefundene Brandspuren vermuten, daß ehedem hier mit einer "Opferstätte eines hier in grauer Vorzeit lebenden Volksstammes" zu tun haben, wie Professor Wilhelm annimmt, mag dahin gestellt bleiben. Ich konnte in den hier regellos herumliegenden Steinen eine heidnische Opferstätte wenigstens nicht erkennen. Es wurden ferner auch Grabungen in den Kasematten, westlich vom schwarzen Turm, vorgenommen, und wurden daselbst unterhalb des Fußbodens einige gemauerte Ziegelpfeiler freigelegt. Auch hier steht deren Erklärung einstweilen noch aus. Soweit die Resultate vor den Wallensteinfestspielen. Mit Rücksicht auf diese Festspiele mußte ein großer Teil der ausgegrabenen Flächen und Einschnitte wieder zugeschüttet werden. Nicht verschüttet wurden die durch das Gräberfeld getriebenen Stollen. Diese sind durch eine mit Rasen verdeckte Falltüre heute noch zugängig. Auch im Palas wurden die ausgegrabenen Partien nur soweit zugeschüttet, daß die Oberkante der hier aufgedeckten Quermauer, der sechs Mauerringe und der angeblichen "Opferstätte" sichtbar blieben, so daß sich der Besucher der Burg jederzeit ein klares Bild von der Einteilung dieses Erdgeschosses und seiner ursprünglichen Fußbodenhöhe machen kann. Sämtliches Baum- und Strauchwerk, welches sich ringsum an den Grundfesten der Palasmauern angesetzt hatte und seine Wurzel zum Teil auch in die Fugen des Mauerwerks getrieben hatte, welcher Übelstand einmal hätte verhängnisvoll werden können, wurde zur Gänze beseitigt. Nach den Wallensteinfestspielen begann Jonas mit der Durchforschung des an den Palas anschließenden nordlichen und des damit zusammenhängenden westlichen Burggeländes. Diese Untersuchungen, welche in rein bergmännischer Art durchgeführt werden mußten, sind gegenwärtig (Mitte November) noch im Zuge, werden aber, da man schon mit der Zuschüttung einzelner Strecken begonnen hat, bis Mitte Dezember zur Gänze beendet sein. Auch in diesen Geländen lieferten die Ausgrabungen höchst wertvolle und interessante Resultate. In dem unmittelbar an den Palas anstoßenden Gelände wurden die Küche und drei Nebenräume vollkommen aufgedeckt. In allen vier Räumen fand man das Ziegelpflaster noch im guten Zustande. Auch der Küchenherd mit der "Hölle" an allen vier Seiten weiß getüncht, war noch wohl erhalten. Es wurden hier auch eine Anzahl Scherben von Ofenkacheln ausgeggraben, deren Zusammensetzung freilich nicht mehr möglich ist. Nur mit großer Mühe konnte ich, aber auch nur einen Teil einer Kachel aus diesen Scherben zusammensetzen. Darauf war im Rundbogen zu lesen: "DV SOLST VATER VND MVTTER EHREN, AVF DAS ES DIR..." Einzelne Wörter auf anderen Scherben ergaben, daß der Hafnermeister die zehn Gebote Gottes am Ofen verewigen wollte. Nach der Ausführung der Buchstaben wäre die Herstellung des Ofens in die Zeit des ausgehenden 16. Jahrhunderts zu versetzen. Diese ausgegrabene Küche dürfte es auch gewesen sein, wo Rittermeister Neumann, der sich an jenem verhängnisvollen Abende 25. Feber 1634 hierher geflüchtet hatte, niedergemetzelt wurde, während seine Genossen Tertzky, Kinsky und Illo in dem an dem Bankettsaale anstoßendem Tafelzimmer (nicht im Bankettsaale, wie vielfach angenommen wird) ihren Tod fanden. Jonas teufte ferner im westlichen Gelände zwei Schächte ab, verband diese unterirdisch mit Stollen und stieß auch hier in einer Tiefe von ca. 12 m auf mächtige Fundamente, die nach ihrer ganzen Ausdehnung verfolgt wurden. Diese Fundamente gehören jedenfalls einer sehr frühen Epoche an, möglich daß es die Fundamente der demolierten Vohburg waren. Sicherlich werden wir darüber in dem von Hrn. Jonas geplanten, großen Werke über die Egerer Kaiserburg eine befriedigende Aufklärung erhalten. In bedeutender Tiefe wurde hier mit dem Schuttmaterial auch ein Stempel von grauen Farbe, in der Größe und Dicke eines Doppeltalers ausgegraben, der in einem punktierten Kreise ein drachenähnliches Tier in romantischer Stilisierung aufweist. Die Substanz dieses Stempels dürfte Speckstein sein. Zum Schlusse sei noch betont, daß die ganze Ausgrabunsarbeit, die ich täglich verfolgte, auch in technischer Beziehung eine höchst respektable Leistung darstellt, von der sich der Laie im allgemeinen keine rechte Vorstellung machen kann. Diese Methode einer Ausgrabung mittelst Schacht- und Stollenbetrieb ist in unseren Gegenden ganz neu, allerdings wohl meist auch nicht erforderlich. Hier wurden sie aus zwei Gründen zur Notwendigkeit, einmal zum Schutze der teilweise prächtigen Baumbestände, dann aber auch, um weniger Auswurfmaterial, dessen Unterbringung auf dem engen Burgplatze sehr große Schwierigkeiten bereitete, zu gewinnen. Alles in allen kann Architekt Jonas, der sich schon in früheren Jahren und nicht ohne bedeutende Geldopfer mit unserer Burg beschäftigte, auf eine hoch bedeutsame Arbeit zurückblicken, mit der er der Archäologie und der Kunstwissenschaft einen großen Dienst erwiesen hat. ----------- Nachtrag Erst in den letzten Wochen, nachdem der vorstehende Artikel bereits an die Schriftleitung eingesendet war, wurden von Hrn. Architekten Jonas auch noch, als Schlußarbeit, Ausgrabungen im Burghofe vorgenommen. Wie wir auf unserem Kärtchen sehen, wird dieser Hof südlich vom schwarzen Turm und dem Toreingange, westlich vom Gebäude, nördlich vom Palas und östlich von der Doppelkapelle und dem oben beschriebenen Gräberfelde begrenzt. Auch auf diesem Raum stieß man an mehreren Stellen auf bedeutsame Fundamente. Dicht an der (äußeren) südlichen Palaswand kam hier wieder eine solche kreisrunde Aufmauerung zum Vorschein, wie ähnliche im Kellergeschoß des Palas aufgedeckt wurden. Diese äußere Aufmauerung lag jedoch bedeutend höher, wie jene Fundamente drin im Palas. Rechts und links von dieser Aufmauerung kam man wieder auf einzelne Reste von Grundmauern und Widerlagen von Gewölben. Einige Schritte davon entfernt dort, wo auf unserem Plan die Ausbuchtung des angeschütteten Terrains angedeutet ist, stieß man in der Tiefe von einem Meter auf ein kleines, viereckiges gemauertes Gelaß von etwa zwei Quadratmetern Bodenfläche, ohne Fenster, mit wohlerhaltener Pforte, deren Seitenwände von Granitblöcken hergestellt waren. Diese sorgfältige Herstellungsart des Einganges läßt darauf schließen, daß dieser kleine Raum nicht als Keller, sondern zu anderen Zwecken gedient haben mochte. An den beiden Seitenwänden, anderthalb Meter über dem Fußboden, sind je zwei korrespondierende, kreisrunde Löcher ersichtlich, in welchen jedenfalls Balken eingefügt waren; die beiden hinteren, gegen den Palas zu liegenden Ecken sind ausgerundet und tragen Spuren von hier gestandenen Säulen. Vor diesem Gemach, also vor der Pforte, wurde ein kurzer gemauerter Gang freigelegt, zu dem eine Stiege herab geführt haben mochte. Im Schutte vor der Pforte fand man zwei verrostete Schlüssel, einen von bedeutender Größe. Allem Anscheine nach diente dieser Raum zu einem Gefängnisse. In der Nähe des eben erwähnten gemauerten Ganges stieß man endlich auf eine Grundmauer in der Breite von 1.90m und konnte diese Mauer, immer in der gleichen Breite zum schwarzen Turm hin verfolgt werden. Kurz vor dem Turm brach sie ab. Quermauern waren nicht ersichtlich. Wir stehen hier wieder, wie bei anderen Ausgrabungsergebnissen, vor einem Rätsel. - Von Seiten des Stadtrates wurde veranlaßt, daß besonders interessante Ausgrabungsobjekte nicht mehr verschüttet, sondern für spätere Zeiten entsprechend gesichert und zugänglich gemacht werden sollen, ein Beschluß, der jedenfalls von allen Kunstverständigen gebilligt werden wird.

Siegl 1912

 
 

Šebesta 1999

Der frühmittelalterliche Bestattungsplatz von Cheb (Eger)

Die slawische Grabstätte wurde im Jahre 1911 durch die Ausgrabungsarbeiten des Berliner Architekten Julius Ernst Jonas gefunden. Sie befindet sich im Ostteil des Burghofes zwischen der Doppelkapelle und den Ostkasematten. Eine Studie, die alle Funde bis 1985 zusammenfasst, haben M. Stloukal, J. Szilvássy und P. ©ebesta im Jahre 1988 publiziert. Seitdem wurde dieser Fundort mehrmals geforscht: 1993 - Fund eines Schläfenringes im Südteil des Burghofes beim Fundament des südlichen vorstaufischen Rundturmes; vielleicht ein Verlust. - Grabung auf der Nordseite der Burgkapelle bis zum Fundament; hier wurde die Abwässerungsdrenage gelegt. Nur zerstreute menschliche Gebeine. 1995 - An der Westwand der Kapelle 3 Gräber: oberer Teil eines Skeletts mit zwei Schläfenringen beim Schädel und einem Fingerring an der rechten Hand. Sein Unterteil ist durch die Grundmauer der Burgkapelle abgeschnitten. Unter dieser Leiche lag ein Kind in den Füßen eines dritten Toten. 1997 - März: Grabung an der östlichen Burgmauer. 3 Schichten der Bestattungen übereinender, Scherben, Schlüssel, Baufuge der Burgmauer mit der Keramik des 14. Jh. 1997/8 - Winter: Innerhalb der Doppelkapelle. 1. In der NW-Ecke unter der Treppe ein Grab mit Keramik, unterbrochen durch Das Treppenfundament. 2. Nordsakristei, 90 cm breiter Mauerzug parallel mit der Nordmauer, zwischen den beiden Mauerungen zerstreute menschliche Knochen. 3. In der Südsakristei ein Grab mit der slawischen Keramik und verrosteten Sporen an den Füßen. 1998 - An beiden Ostecken der Doppelkapelle Untersuchungssonden bis zur Sohle. Beschädigte Gräber in 4 Schichten. Dabei selten zerstreute Keramikscherben. Entlang der Südmauer der Doppelkapelle wurde im August anlässlich der Grabung eines Abwässerungskanals eine 2m breite Fläche bis zum Fundament ausgegraben. Dabei wurden viele Gräber in 3 Schichten entdeckt. In drei Fällen wurden Spuren nach Holzplatten (Särge) auf der Sohle festzustellen. Vor dem Kapelleneingang lag eine Grabplatte aus weissem Marmor, die ein Kinderskelett überdeckte. Ein Grabstein wurde im Fundament der Doppelkapelle unter der Südostecke eingemauert. Zwei weitere liegen 2-4m westlich von der Burgkapelle am Rande der Grabstätte (nicht ausgehoben). Das ganz unten liegende Grab trägt interessante Merkmale: das Skelett war kopflos und über den Beinen und über der rechten Hand lagen absichtlich hierher geworfene Steine. Es kann vielleicht ein Zeichen der Angst vor Wampir sein. Auf allen Fundstätten hat man folgende Beobachtungen gemacht: 1. Die Menschenskelette liegen mit dem Kopf zum Westen orientiert. 2. Bei den ganz unten auf der Sohle liegenden Skeletten sind die Brettspuren (Särge) erhalten geblieben. 3. Bei allen Körperresten sind kleine Kohlenstücke zerstreut. 4. Alle Bestattungen sind ohne Beigaben, nur Frauenskelette sind mit Schläfenringen und selten mit Fingerrigen ausgestattet. 5. In einem Fall fand man die Sporen an den Füßen (Südsakristei der Doppelkapelle). 6. Unter den erhaltenen Bestattungen findet man viele zerstreute Knochen aus den älteren Gräbern. 7. In der Nähe von der Doppelkapelle wurden zusammen 12 Grabsteinplatten 180x60cm gefunden, eine ist im Fundament der Doppelkapelle eingemauert. Auf 3 von diesen Grabsteinplatten ist ein Kreuzzeichen eingraviert. 8. Die ganze Fläche des Gräberfeldes ist mit der 30-100cm dicken Schicht des sterilen gelben Lehms überdeckt. Datierung: Die kleinsten Schläfenringe sind typologisch in die 2. Hälfte des 10. Jh. bestimmbar (Nr. 6, 7, 21, 22, 31, 36). Alle anderen (Nr. 1, 5, 8-20, 23, 24, 33, 34, 37, 38, 39) gehören der 2. Hälfte des 11. Jh. und die Nr. 2, 3, 4, 25, 26, 32 zu seinem Ende, nach der Datierung von Turek (1950, 433), sowie nach Krumphanzlová (1974, 50-63). Der Ring Nr. 29 entspricht dem aus Trebendorf (Turek 1950, 426, Abb. 18), den Turek (1950, 432) in die Zeit um die Wende des 10. und 11. Jh. datiert. Der Ring Nr. 30 (Grab 1/4985) gehört nach Turek (1950, 432) dem Ausgang des 11. Jh., aber zwei dabei gefundene Schläfenringe Nr. 23 und 24 stammen aus dem Ende der 50-er Jahre des 11. Jh. In diesem Fall ist es nicht ausgeschlossen, dass die ca 60 jährige Frau ihre Schläfenringe mehr als 40 Jahren trug und den Ring kurz vor dem Tod bekommen hat. Die von Turek logisch ausgebaute typologische Reihe kann hier aber durch neuere stratigraphische Beobachtung nicht untersützt werden. Die aus den Gräbern ausgehobene Keramik ist in die Mittel- und Jung- burgwallzeit einzuordnen, d.h. von der Hälfte des 9. bis zum Anfang des 12. Jh. Das Ende der Gräberstätte kann man in Verbindung mit dem Einzug der staufischen Kolonisten im 12. Jh. verbinden.

Literatur: Gnirs, A. 1933: Bericht über die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf der Burg zu Eger in der Zeit vom 10. Oktober bis 27. Oktober 1933. Mit einer Planskizze. Fundbericht Nr. 2722/33 im Archiv ArÚ AV ČR Praha Grueber, B. 1864: Die Kaiserburg zu Eger und die an dieses Bauwerk sich anschliessenden Denkmale. Praha Jonas, J.E. 1912: Bericht über die Ausgrabungsarbeiten auf der Kaiserburg zu Eger im Jahre 1911. In: Jahrbuch d. Kunsthist. Inst. d. K. k. Zentralkommission f. Denkmalpflege, Heft I-IV, Wien Knor, A. 1933: Cheb-hrad. Výzkum říjen 1933. Fundbericht Nr. 2547/33 im Archiv ArÚ AV ČR Praha Krumphanzlová, Z. 1971: Počátky křes»anství v Čechách ve světle archeologických pramenů - Die Anfänge des Christentums im Böhmen im Lichte der archäologischen Quellen, Památky archeologické LXII, 406-456 Krumphanzlová, Z. 1974: Chronologie pohřebního inventáře vesnických hřbitovů 9.-11. věku v Čechách - Die Chronologie des Inventars aus Dorffriedhöfen des 9.-11. Jh. in Böhmen. In: PA LXV, 34-110. Praha Pospíchalová, O. 1970: Výzkum na chebském hradě. Fundbericht Nr. 3224/70 im Archiv ArÚ AV ČR Praha Schürer, O. 1934: Die Kaiserpfalz Eger. Berlin Schürer, O. 1934a: Geschichte von Burg und Pfalz Eger. München Stloukal, M., Szylvássy, J., ©ebesta, P. 1988: Die slawische Gräberstätte auf der Kaiserburg in Cheb (Eger). In: Památky archeologické LXXIX, 390-423 ©ebesta, P. 1976: Muzeum v Chebu. Katalog archeologické sbírky - Das Museum in Cheb. Katalog der archäologischen Sammlung, in: ZČSSA XVIII/1, 1-20. Praha ©ebesta, P. 1984: K sídelnímu vývoji Chebu. In: Urbes medii aevi, 87-95. Praha ©ebesta, P. 1992: Stadtarchäologie in Cheb (Eger). In: Vorträge 10. Niederbayerischer Archäologentag, 101-111. Deggendorf. ©ebesta, P. 1993: Podoba chebského hradu v době Valdątejnovy Tragedie. In: Sborník Chebského muzea, 3-8. Cheb ©ebesta, P. 1997: Archäologische Forschung der Kaiserburg zu Eger. In: Z pravěku do středověku, 197-203. Brno Turek, R. 1950: Slovanské osídlení Chebska. In: Obzor prehistorický XIV.

Praha ©ebesta 1999

 
 

c108/Šebesta 2000

Románská kaple v Chebu - Archeologický průzkum Autor: PhDr. Pavel ©ebesta, archeolog Chebské muzeum, Frantiąkánské náměstí 12, 350 11 Cheb Cheb, červen 2000 Úvod V rámci celkového restaurátorsko-historického průzkumu dvojité románská kaple Chebského hradu, vyľádaného majitelem objektu Městem Chebem, jsem provedl částečný archeologický výzkum kaple sv. Martina, t.j. dolní kaple, kterým jsem navázal na výsledky starąího průzkumu z prosince 1997 a února 1998. Výzkum se zaměřil na severní polovinu lodi a hlavním cílem bylo ověřit existenci a zjistit průběh základů starąí sakrální stavby, pozorované jiľ v roce 1997 v severní sakristii. Výsledkem práce je celkový plán vąech dosavadních i neevidovaných a nedokumentovaných výkopů, jak byly zjiątěny v průběhu výzkumných prací. Konkrétně pod schodiątěm do horní kaple bylo v roce 1997 konstatováno novověké naruąení v 18. či 19. století, které vypadalo jako vkop pro základ schodiątní stavby, dále pak v sondě 1/2000 je patrný novodobý výkop asi z roku 1960, který poruąil sledované základové zdivo a tři paralelně leľící slovanské pohřby (H1 - horní část, H2 - dolní končetiny, H3 - kromě hlavy celý). Sondy arch. J. Jonasa z roku 1911 a revizní výkopy prom. hist. O. Pospíchalové z let 1967-8 jsou zanesené podle dochované nebo publikované dokumentace. Součástí této zprávy jsou hlavní poznatky z archeologického výzkumu 1997/8. V příloze je kopie zprávy o radiouhlíkovém datování vzorků organických hmot od Prof. ing. Jana ©ilara, DrSc., vedoucího laboratoře Ústavu hydrogeologie, inľenýrské geologie a uľité geofyziky Přírodovědecké fakulty UK, z května 2000. Rozbor vzorků malty je součástí samostatné technické zprávy restaurátorsko - historického průzkumu autorů Jiřího Novotného (akademický sochař), ing. Petra Justy (technologie restaurování) a akademického sochaře Jiřího ®ivného a jejich spolupracovníků z dubna 2000. 1. Archeologický výzkum kaple sv. Martina 1. 2. - 6. 3. 2000 1.1. Sonda 1/2000 v SV koutě severní lodi. Touto sondou bylo odkryto pokračování kamenného základového zdiva, zjiątěného jiľ v únoru 1998 v severní sakristii. Tato zeď o síle 90 cm se směrem k západu mírně vzdaluje od paralelní severní obvodové zdi hradní kaple. Krátké přeruąení základu bylo způsobeno neznámou a nedokumentovanou archeologickou sondou asi z roku 1960, jak dokládá hořčičná sklenička s nálepkou dysneyovského trpaslíčka ©tíska nalezená na dně výkopu u základu S stěny kaple. V prostoru mezi oběma základy jsou zbytky dvou pohřbů, patřících starąímu slovanskému pohřebiąti (H1, H2). Oba tyto pohřby byly rovněľ poruąené neznámým výkopem v roce 1960. Přibliľně ve stejné době bylo kopáno podél východního závěru lodi. Při tom byl zničen aľ na lebku celý hrob H3 a archeologická situace jiľně od základu objevené zdi starąí stavby. Sonda 1/2000 končí na západní straně pod prvním stupněm schodiątě do horní kaple, jehoľ základ (spodní schod) nedosedá na korunu odkrytého starąího základového zdiva. To znamená, ľe schodiątě bylo budováno aľ po zboření této zdi a částečném přesypání koruny zbylého základu humusem. 1.2. Sonda 2/2000 sleduje odkryté základové zdivo mezi oběma severními sloupy aľ do jeho ohybu směrem k jihu u pilíře schodiątní klenby. Základ západního závěru dosahuje ąířky 2m. Na tomto roząířeném základu stojí severozápadní sloup. U obou sloupů jsou odkryté dvě starąí podlahy: gotická dlaľba z pálených cihlových dlaľdic 17x17 cm, poloľená do světlé hubené malty na původní románské podlaze, která je litá maltová a v těchto místech leľí prakticky přímo na povrchu podloľní skály. V koutě u odkrytého základu byla jiľ do podloľní skály zahloubená 60 cm hluboká jáma, ve které bylo umístěné ossarium. Před základem severovýchodního sloupu se nachází horní část hrobu (H4), poruąeného základem sloupu. Zůstala zachovaná lebka, klíční kosti, krční obratle a paľe, přičemľ levá částečně zasahuje pod základ starąí stavby (viz obr. 6). Litá románská podlaha je u kamenné zdi schodiątě vedoucího do horní kaple zvednutá a o zeď schodiątě se opírá, coľ je důkazem, ľe stáří schodiątě je stejné jako stavba dvojité kaple (viz obr. 38-39). Tím je jednoznačně popřena teorie o druhotném vestavění tohoto schodiątě, tradovaná v literatuře od 19. století. (Schürer 1929, str. 15 je povaľuje podle rohové konzoly jeątě za románské, zatímco Buberl 1944, s. 10, pozn. 4 je datuje do konce 18. stol.). 1.3. Sonda 3/2000 o rozměrech 300x90cm je situována podél východní příčky v jihovýchodním koutu lodi. Přímo v koutě je pod poruąenou druhou podlahou zahloubení 60x60 cm (obr. 10), ve kterém namísto očekávaného hrobu byly druhotně uloľené zlomky románské omítky a střepy vrcholně středověké keramiky, opět potvrzující stavební úpravy ve 14. století (snad základ menzy postranního oltáře). Na ostatní ploąe byla neporuąená gotická dlaľba, pod ní litá románská podlaha, leľící na podloľní skále a zvedající se na základ východní příčky. Hledaný základ jiľní obvodové zdi starąí stavby se zde neobjevil. 2. Výzkumné sondy 1997/8: Hlavním cílem tohoto výzkumu bylo zjiątění příčin statické poruchy, která vedla k vytvoření pukliny zdiva a klenby. 2.1. V SZ koutu lodi pod obloukem schodiątě (obr. 9) byl odkryt pohřeb, mírně zapuątěný do podloľní skály, zde v hl. 80 cm. Dolní polovina hrobu byla poruąená recentním výkopem 1m ąirokým, který se nejprve jevil jako základový vkop schodiątě, datující jeho stavbu přílią mladým nálezovým materiálem ve výplni do přelomu 18. a 19. stol. Neexistence podobného vkopu na jiných místech (obr. 8) tuto interpretaci vylučuje. 2.2. Severní sakristie: U zeąikmené zdi vlevo od vstupu jsem marně pátral po základu či jiném pozůstatku předpokládaného vřetenového schodiątě (Grueber 1864, 28). Pod 80cm kamenné destrukce, v níľ byl druhotně uloľený stříbrný prsten i s článkem prstu, se objevila koruna kamenné zdi na maltu o ąířce 90cm. Její východní zakončení je vedle značně roząířeného základu SV rohu patrové kaple. Toto zakončení nemá armované nároľí a východní závěr ubíhá ve směru pod chór. 2.3. Jiľní sakristie: Na celé zkoumané ploąe 40-60cm mocná destrukce stavebního kamene, malty, cihlových dlaľdic a zlomků prejzů. Těsně pod touto destrukcí vedle vrcholně středověké keramiky nalezeno ľelezné votivní zvířátko a mince z Laufu v České Falci (14. stol.). Do podloľí ze ľlutého sterilního jílu byla zahloubená hrobová jáma s pohřbem muľe velkého 185 cm, který měl u nohou úplně zrezavělé ostruhy, v zásypu u hlavy střepy hradiątní keramiky. 2.4. V horní kapli sv. Erharda a Urąuly byla odkryta sondami na pěti místech románská maltová podlaha a byly zjią»ovány její vztahy k okolním zdem a sloupům. Mramorový sloup v chóru stojí na této podlaze, navíc je podloľený mramorovými úlomky (obr. 13). Ve vąech sondách je tato podlaha vymáznutá na okolní zdi, rovněľ na patku SV sloupu (obr. 14). Na tomtéľ obrázku je zřetelné záplatování poruchy lité podlahy u obrubníku spojovacího otvoru, datované prejzy a zlomky keramiky do vrcholného středověku, tj. 14/15. stol. 3. Hlavní závěry výzkumu a diskuse: 3.1. V sezóně 1997/8 bylo zjiątěno, ľe statickou poruchu způsobil sklon podloľní skály, která před východními sloupy prudce spadá směrem k východu (viz obr. 3). O tom, ľe stavitelé si byli tohoto problému vědomí, svědčí velké roząíření vnitřního základu SV rohu stavby, odkryté v severní sakristii. Vlastní puknutí objektu je starąího data, o čemľ svědčí postupné opravy a výplně zcela určitě jiľ v 19. století. Způsobilo je postupné sesedání zásypu prostoru mezi východním závěrem kaple a hradbou. Ve 14. století se při stavbě této hradební zdi, vzdálené od kaple necelý metr, zemina utrhla a sesula, přičemľ byly obnaľeny základy obou východních rohů. Jejich podbetonováním v květnu 1998 by mělo být daląímu pohybu zabráněno. 3.2. Zjiątění existence a velikosti (10x9m, vnitřní prostor asi 8x7m) starąí sakrální stavby na místě ątaufské dvojité kaple. Tento kostelík byl postaven na místě slovanského kostrového pohřebiątě a jeho základy částečně překrývají některé pohřby (jedna dlouhá kost pod západní zdí u SZ sloupu, horní levá končetina v hrobu H4 - viz obr. 6). Podle radiouhlíkového datování, provedeného v laboratoři Ústavu hydrogeologie, inľenýrské geologie a uľité geofyziky Přírodovědecké fakulty UK v květnu 2000, připadá poslední pohřeb před schody do horní kaple (H2) do stejné doby jako uhlíky v románské podlaze u SV sloupu, tj. do doby mezi roky AD 1029, 1212 a 1283. Prostřední datum 1212 je kalibrované dendrochronologickou křivkou a odpovídá předpokládané době vzniku kaple za Frydrycha II. Sicilského. Naproti tomu uhlíky vyzvednuté ze dna hrobové jámy H2 na podloľí pod nejstarąím pohřbem mají kalibrovaná data AD 783, 789, 829,839, 865, tedy v rozmezí zhruba od konce 8. do poloviny 9. století. Tyto nejstarąí pohřby mohly být překryty základy prvního křes»anského kostelíka, jehoľ vznik tak můľeme datovat rámcově do 2. poloviny 9. století. Jeho zánik pak logicky souvisí se stavbou větąího kostela na počátku 13. století. 3.3. Kosterní pozůstatky z poruąených slovanských hrobů byly při stavbě dvojité kaple nepietně a neorientovaně uloľeny do jámy, označené jako ossarium. To částečně poruąilo vnitřní líc severní zdi zaniklého kostelíku u schodiątě do horní kaple, coľ znamená, ľe vzniklo aľ po zruąení starąí stavby, nejspíą při stavbě dvojité kaple (obr. 6). 3.4. Důleľitým přínosem je důkaz o stejném stáří vnitřního spojovacího schodiątě se stavbou obou kaplí. O této skutečnosti vypovídá na základ schodiątě vytaľená románská podlaha v sondě 2/2000 (obr. 8), jakoľ i neporuąená románská podlaha nad schodiątěm v sondě 3/1998. Veąkerá dosavadní historická literatura předpokládá, ľe toto schodiątě bylo vestavěné dodatečně: Grueber 1864, 28 a Schürer 1929, str. 15 je povaľují podle rohové konzoly jeątě za románské, Jonas 1912, Sp. 109 a Schürer 1929, 22, je kladou do 15. stol., zatímco Buberl 1942, s. 10, pozn. 4 je datuje do konce 18. stol. Také ©ebesta 1998, str. 11, uvádí omylem takto pozdní datování. V r. 1997 byl v SZ koutu lodi pod obloukem schodiątě (obr. 9) odkryt pohřeb, jehoľ dolní polovina byla poruąená recentním výkopem 1m ąirokým. Ten se jevil jako základový vkop schodiątě, datující jeho stavbu přílią mladým nálezovým materiálem ve výplni (oboustranně glazovaná keramika a bělnina) do přelomu 18. a 19. stol. Výzkumná sonda 2/2000 prokázala neexistenci podobného základového vkopu na jiných místech (obr. 8), a tím tuto interpretaci vyloučila. Jako daląí průkazné skutečnosti můľeme jmenovat: a) zeątíhlení vnějąí zdi s pravidelným licováním, které nenese sebemenąí stopu osekávání, b) stupeň seąlapání ľulových schodů, c) pokročilý stupeň větrání stavebních kvádrů, d) románskou mramorovou konzolu, nesoucí rohový čtvrtsloup, která je koncipovaná pro pohled shora, spodní část (brada) je hlazená a není tu ľádná stopa po dodatečném vestavění konzoly a vybourání ľulového sloupu a podlahové římsy. 3.5. V severní sakristii dolní kaple, ani v chodbičce u ąnekového schodiątě v horní kapli nebyly nalezeny ľádné stopy po existenci pokračování točitých schodů mezi dolní a horní kaplí. V nástupní chodbičce v horní kapli je neporuąená litá románská podlaha aľ k patce základního stupně, který je vyąąí neľ ostatní a sedí na klenbě dolní sakristie, jeľ opět nenese ľádné stopy dostavby. 3.6. V horní kapli sv. Erharda a Urąuly bylo zjiątěno, ľe mramorový sloup v chóru stojí na románské podlaze a je podloľený mramorovými úlomky (obr. 13). Toto zjiątění podporuje hypotézu o dodatečném vsazení snad z Itálie importovaného sloupu Frydrychem II. 3.7. Na obrázku č. 14 je zřetelné záplatování poruchy lité podlahy u obrubníku spojovacího otvoru, datované prejzy a zlomky keramiky do vrcholného středověku, tj. 14/15. stol. Zde se naskýtá otázka, zda je to pozůstatek jen po osazení profilovaného ľulového obrubníku, nebo snad po probourávání klenby za účelem propojení obou kaplí při velké přestavbě kaple ve 14. století. Odpověď snad najdeme po odkrytí celé podlahy. 3.8. Nejen na vnějąím pláąti budovy, ale i na románské podlaze dolní kaple v sondě 2/2000 jsou výrazné stopy poľáru. Snad je moľno je synchronizovat s historickou událostí v roce 1270. Jistě by se tak dal logicky vysvětlit podnět k zjiątěným stavebním zásahům ve 14. století. Literatura: Buberl, Paul 1942: Die hohenstaufische Kaiserburg in Eger. In: Deutsche Kunst- und Denkmalpflege, Jhg. 1942/43, S. 8-13. Grassold, Anton 1831: Beschreibung der alten Burg yu Eger Grueber, Bernhard 1864: Die Kaiserburg zu Eger und die an dieses Bauwerk sich anschliessenden Denkmale. Prag - Leipzig. Jonas, Julius Ernst 1912: Bericht über die Ausgrabungsarbeiten auf der Kaiserburg zu Eger im Jahre 1911. In: Jahrbuch d. Kunsthist. Inst. d. K. k. Zentralkommission f. Denkmalpflege, Heft I-IV. Wien. Merhautová-Livorová, Aneľka 1959: Palácová kaple v Chebu. Umění VII, , str. 30-43. Schürer, Oskar 1929: Die Doppelkapelle der Kaiserpfalz Eger. Eger. Schürer, Oskar 1934: Geschichte von Burg und Pfalz Eger. München. Schürer, Oskar 1934: Die Kaiserpfalz Eger. Berlin. Sokol, Jan 1966: Hrad a podhradí. In: Cheb, městská památková rezervace a hrad. Praha. ©ebesta, Pavel 1998: Císařský a královský hrad v Chebu. Cheb. Tietz-Strödel, Marion 1992: Die Kaiserpfalz Eger. In: Kunst in Eger, S. 12-66, München - Wien. Fotografie: 1) Sonda 1b: Z východní závěrové zdi lodi vystupuje kamenný základ starąí stavby z 12. století. 2) Sonda 1b: Mezi severní obvodovou zdí kaple a nově objeveným základem je zbytek slovanského pohřbu (H1), překrytý oběma stavbami. Horní část poruąena recentním výkopem. 3-4) Sonda 1c: Přeruąený základ starąí stavby vedle základu SV. sloupu s původní románskou maltovou podlahou. 5) Sonda 2: Pod podlahami se ve vnitřním úhlu základů starąí stavby (severní základ je 39) Sonda 2a: Černá litá malta románské podlahy je vytaľená na podezdívku kvádrové zdi schodiątě (vpravo), na ní světlé loľe gotické dlaľby (od V). 6) Sonda 2: Postupné odkrývání ossaria. Na obr. 25 vpravo je lebka z hrobu H4. Pohled od jihu. 7) Sonda 2: Jáma na kosti byla mírně zahloubená do skalního podloľí. vyznačen černobílou latí) objevilo ossarium - nepietně poházené kosti, vyndané při budování základů stavby. 8) Sonda 2a: Černá litá malta románské podlahy je vytaľená na podezdívku kvádrové zdi schodiątě (vlevo), na ní světlé loľe gotické dlaľby (od V). 9) L1/97: V SZ koutu kaple je na podloľní skále hrob, poruąený novodobým vkopem u základu schodiątě (od J). 10) Sonda 3: V JV. koutě lodi je zahloubení podobné hrobové jámě, ale s výplní vrcholně středověké keramiky a druhotně uloľených fragmentů románské omítky. 11) Sonda 3: Největąí zachovalá část románské maltové podlahy s ąedočerným povrchem, přetaľené gotickou dlaľbou, na kterou navazuje soudobá hladká omítka východní přepáľky. 12) Horní kaple, chór 1998: Románská maltová podlaha je vytaľená na přízemní kamennou římsu (od V). 13) Horní kaple, chór 1998: Patka mramorového sloupu sedí na románské podlaze a je navíc podstavená úlomky mramoru (od Z). 14) Horní kaple, loď 1998: Patka SV sloupu s románskou maltovou podlahou. Poruąení podlahy v pravé části snímku se zlomky prejzů vzniklo ve 14. stol. při osazování kamenného obrubníku osmibokého otvoru v podlaze. U hrany sloupu je zbytek gotické dlaľby (od SZ).

 

 

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Zeitraum Wochentage Öffnungszeiten
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1.4. - 31.5 Dienstag - Sonntag 10:00 - 17:00
1.6. - 30.6. Dienstag - Sonntag 10:00 - 18:00
1.7. - 31.8. Montag - Sonntag 10:00 - 18:00
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1.11 - 31.12. Samstag - Sonntag 10:00 - 15:00
 

Eintrittspreise

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Kinder 6 – 15 Jahre, Studenten, Rentner 30 CZK
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Bilder

Ausgrabungen 1911

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SOkA Cheb, F 5, sign. 75-1

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SOkA Cheb, F 5, sign. 75-7

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SOkA Cheb, F 5, sign. 75-8

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Ausgrabungen 1911. Architekt Jonas und Dr. Siegl

Ausgrabungen 1911. Architekt Jonas und Dr. Siegl

SOkA Cheb, F 5, sign. 75-10

Ausgrabungen 1968. Untere Kapelle

Ausgrabungen 1968. Untere Kapelle

Ausgrabungen 1999. Gräberfeld.

Ausgrabungen 1999. Gräberfeld.

 
Ausgrabungen 1999. Burghof

Ausgrabungen 1999. Burghof

Ausgrabungen 2000. Untere Kapelle.

Ausgrabungen 2000. Untere Kapelle.

Lageplan. Augrabungsergebnise 1911 und 1934. Schürer 1934

Lageplan. Augrabungsergebnise 1911 und 1934. Schürer 1934

 
Lageplan. Augrabungsarbeiten. Einschnitte, Stollen und Schächte. Jonas  1911

Lageplan. Augrabungsarbeiten. Einschnitte, Stollen und Schächte. Jonas 1911

Grundriss. Freilegungen in Palas. Jonas 1911

Grundriss. Freilegungen in Palas. Jonas 1911

Grabplatten. Jonas 1911

Grabplatten. Jonas 1911

 
Ausgrabungen 2013

Ausgrabungen 2013

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Ausgrabungen 2013

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Ausgrabungen 2013

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Ausgrabungen 2013

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Ausgrabungen 2013

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Interaktive Enzyklopädie der Stadt Cheb

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Liste der 200 namhaftesten Sehenswürdigkeiten in Cheb (Eger).