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Alois John *30.3.1860 - †2.8.1935

 

Alois John, einer der bedeutendsten Vorkämpfer für die Neugestaltung des geistigen Lebens auf betont heimatbezogener Grundlage, wurde am 30. März 1860 auf dem Adlerhof in Oberlohma bei Franzensbad geboren. Seine Ahnen sind im 14. Jahrhundert aus den Niederlanden nach Deutschland und alsbald (1400) nach dem östlichen Böhmen, in das Braunauer Ländchen, gekommen; im Egerlande waren sie als Bauern und Müller seit 1629 ansässig. Ein tiefes inneres Vertrautsein mit den Wesensgrundlagen des Egerländer Volksschlages ließ Alois John zu einem beredten Fürsprecher seiner Heimat werden. Sein Freund und enger Mitarbeiter Anton Krauß, der in unserer Generation das geistige Erbe Johns weiterführte, schrieb einmal folgende kennzeichnende Sätze: „Je genauer man die Tätigkeit Alois Johns verfolgt und je mehr man sich in seine Schriften vertieft, desto mehr staunt man über die Fülle der Gedanken, die in diesem einzelnen, außergewöhnlichen Menschen lebten und die siener Zeit weit vorauseilten. Das Entscheidende für sein Werk und seine Lebensgestaltung scheint mir aber in seinem Wesen zu liegen, in den starken Kräften, die sich in seiner Seele entwickelten.“ Nach seiner Gymnasialzeit in Eger und Leitmeritz und seinen Hochschuljahren in Wien, Innsbruck und München lebte A. John als freier Schriftsteller seit 1884 in Eger. Erst sehr spät, im Jahre 1922, als er mittlerweile das Landhaus „Waldheim“ auf der Antonienhöhe bei Franzensbad erworben hatte, wohin er dann auch übersiedelte, vertraute ihm die Kurstadt Franzensbad die Leitung des Stadtmuseums und des Stadtarchivs an. Am 2. August 1935 ist er in seinem 76. Lebensjahr gestorben.

Die erste, vielfach ungestüme Phase seines Wirkens in den achtziger und neunziger Jahren war bestimmt durch die geistigen Strömungen seiner Zeit. Insbesondere unterhielt er enge Beziehungen mit dem Herausgeber der „Gesellschaft“ M. G. Konrad in München, dem Wortführer des modernen Realismus, war aber andererseits vom Individualismus Nietzsches beeinflußt. Mit diesem allgemeinen Gedanken und Zeitströmungen verschmolz seine urwüchsige Verbundenheit mit den Traditionsunlebendigen, zusammenhanglosen Forschung zugleich von allen Wissenschaften aus erfaßt und mit dem großen Volks- und Weltganzen in Zusammenhang gebracht werde. Als Sammelstelle für seine Gedanken und Forschungen dienten ihm die „Literarischen Jahresberichte“ (1887-1890) und in Fortsetzung der „Deutschen Blätter“ von Hans Nikolaus Kraus (1887-1890) sein „Literarisches Jahrbuch“ (1891-1896). Die Absicht, eine „Literarische Gesellschaft“ zu gründen, mußte er 1893 aufgeben. Aber seine Gedanken blieben lebendig und wurden allmählich wenigstens in einigen bleibenden Einrichtungen verwirklicht: etwa in der Kreuzingerschen Volksbücherei, in den vielseitigen Volksbildungsbestrebungen und in der Egerländer Heimatbewegung. In seiner zweiten Lebensphase entfernte sich Alois John immer mehr von seinem literarischen Reformertum und wandte sich ausschließlich der Erforschung und der Verlebendigung des Egerländer Volkstums zu. Er gründete einen „Verein für Egerländer Volkskunde“ und die Zeitschrift „Unser Egerland“, die ertstmals 1897 erschien.

 

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